Pikes Peak goes electric

Das Bergrennen „Pikes Peak International Hill Climb“ (PPIHC) in den amerikanischen Rocky Mountains wird dort seit 1916 ausgetragen. Ursprünglich diente es zur Bekanntmachung der als Touristenattraktion erbauten Straße zum Gipfel des Pikes Peak, den man als Tourist übrigens auch mit einer Zahnradbahn erklimmen kann. Dieses Jahr Anfang Juli jährt sich das Rennen mittlerweile zum neunzigsten Mal. Hier ein erster Eindruck der Veranstaltung:

 

 

Die Renndistanz beträgt 19,99 Kilometer (12,42 Meilen), die Strecke umfasst 156 Kurven. Der Start liegt auf 2.862 Meter Höhe und es werden 1.439 Meter Höhenunterschied bei durchschnittlich 7 % Steigung der Straße bewältigt. Auf dem Weg zum Ziel, das sich auf dem Gipfel (The Summit) in 4.301 Meter (14.110 Fuß) Höhe über dem Meeresspiegel befindet, verlieren die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren durch die dünne Höhenluft rund ein Drittel ihrer Leistung. In den ersten Jahren war die Piste zum größten Teil geschottert und verfügte über einzelne Pflasterstein-Passagen, die später jedoch asphaltiert wurden. 2001 wurde auf Initiative von Umweltschützern damit begonnen, auch die bisher unbefestigten Streckenabschnitte mit Asphalt zu belegen, seit August 2011 ist die gesamte Rennstrecke asphaltiert. Somit wird das 90. PPIHC am 8. Juli 2012 erstmals über eine vollständig befestigte Strecke ausgetragen. (zitiert aus Wikipedia)

Walter Röhrl war 1987, als er dort mit einem knapp 600 PS starken Audi Quattro S1 teilnahm, der erste Teilnehmer, der unter der magischen Grenze von elf Minuten blieb (10:47 min). Es dauert geschlagene 24 Jahre, ehe der Japaner Nobuhiro Tajima auf einem 910 PS-starken Suzuki SX4 im letzten Jahr als erster die 10-Minuten-Marke unterbieten (09:51,278 min) konnte. Da hat der Walter eine steile Zeit hingelegt, damals.

Auch dieses Jahr werden wieder Elektroautos auf den Berg flitzen, die im Gegensatz zu ihren Vergaser- und Einspritzerkollegen nicht mal eben 20 Prozent ihrer Motorenleistung in den höheren Lagen des Berges verlieren werden.

So wird etwa der NASCAR-Veteran Boris Said auf einem von der Firma EV West umgebauten 1995er BMW M3 mit derzeit noch 400 HP an den Start gehen. Wie der sich fährt, ahnt man, wenn man sich folgendes Video anschaut:

 

Hier ein Eindruck der Veranstaltung im Tilt Shift-Modus aus dem letzten Jahr:

 

 

Wieder dabei – aber diesmal mit einem Elektroflitzer – wird Nobuhiro “Monster” Tajima sein. Der mittlerweile 62jährige Japaner gewann das Rennen bereits 2007 und 2011. Über seinen Rennwagen ist leider noch nicht bekannt geworden. Hier kann sehen, wie andere ihn sich vorstellen.

Der Japaner Ikuo Hanawa vom Team „Team Yokohama EV Challenge“ hat 2010 insgesamt 14 Minuten und 7 Sekunden benötigt, um die 20 Kilometer lange Strecke geräuschlos zu bewältigen. Doch auf diese Zeiten sollte man nichts mehr geben, ist dieses Jahr doch zum ersten Mal die gesamte Strecke asphaltiert. Das wird sich sicherlich auch in den Streckenzeiten niederschlagen.

 

Mit dabei ist auch der 21malige Dakar-Bezwinger und zweimalige Dakar-Gewinner, der Japaner Hiroshi Masuoka, der dieses Jahr einen Mitsubishi i-MiEV fahren wird, ebenso wie Beccy Gordon, die Schwester des NASCAR und Indy 500-Stars Robby Gordon, die einen Mitsubishi „i“ pilotieren wird. Der Mitsubishi i-MiEV Evolution ist ein Einsitzer und nutzt Batterien, Motoren und weitere Komponenten des serienmäßigen i-MiEV. Der Elektro-Rennwagen ist 4341 Millimeter lang, 1900 Millimeter breit und nur 1339 Millimeter hoch. Angetrieben wird der i-MiEV Evolution von drei Motoren: vorne einer und im Heck zwei. Die kombinierte Leistung beträgt rund 330 PS und wird per Allradantrieb auf die Straße gebracht.

Mitsubishi i-MiEV Evolution

 

Im Gegensatz dazu ist der Mitsubishi „i“ ein weitgehend serienmäßiges Fahrzeug geblieben. lediglich der Frontspoiler wurde optimiert und ein Sicherheitskäfig sorgt für ausreichenden Schutz seines Fahrers. Der „i“ 3,68 Meter lang und und die Spitzenleistung des Viersitzers beträgt 51 kW / 69 PS.

 

Mitsubishi i-MiEV

 

Der japanische Rallye-Fahrer und 2006 Monte Carlo-Gewinner Fumio Nutahara wird ebenfalls elektrifiziert unterwegs sein, sein Fahrzeug ist aus dem Hause Toyota Motorsport.  Die weitere Elektrofahrzeug-Lenker sind  Ikuo Hanawa Ibaraki auf einem Japan Electric Car Summit Her, Robby Unser mit einem NM Electric Car Zeus Hybrid Electric, Jeri Unser  mit einem NM Electric Car Zeus Hybrid Electric und Elias Anderson aus Austin auf einem Texas Electric Car HCE Lightning XP12. Viel Erfolg!

 

Nachtrag: aufgrund der verheerenden Waldbrände in der Gegend ist das Rennen auf den 12.August 2012 verschoben worden!

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