Mercedes 4MATIC – nicht Hui, sondern Doppel-Hui

Wenn einem auf 2.600 Meter Höhe solche Fahrzeuge entgegen schauen, dann ist es ganz angenehm, wenn man weiss, dass die Antriebsleistung des eigenen Fahrzeugs auf alle vier Räder abgegeben wird.

Mercedes G-Klasse
Mercedes G-Klasse

Der Allradantrieb ist seit rund 110 Jahren in Personenfahrzeugen bekannt, sowohl in einer zuschaltbaren, als auch in der Permanent-Version. Doch es dauerte bis 1966, ehe der Allrad in einem Serienfahrzeug verbaut wurde. Auch wenn damals nur rund 320 Exemplare des Jensen FF entstanden, zählt er dennoch zu den Pionieren der Neuzeit. Richtig bekannt wurde der Rundumantrieb allerdings erst mit der Einführung des Audi quattro im Jahr 1980. Von da an war kein Halten mehr, egal ob Volkswagen, Porsche, Dacia, Mercedes, Lancia, Subaru oder Ford, über kurz oder lang finden alle Automobilhersteller zum Allradantrieb.

Mercedes Hochgurgl 2012
Mercedes Hochgurgl 2012
Mercedes CLS 500 4MATIC
Mercedes CLS 500 4MATIC
Mercedes CLS 500 4MATIC
Mercedes CLS 500 4MATIC
Mercedes CLS 500 4MATIC
Mercedes CLS 500 4MATIC
Mercedes Hochgurgl 2012
Mercedes Hochgurgl 2012

Die Kollegen von Motorblog.com haben ein kurzes Video auf Youtube gestellt, welches den auch von mir getesteten gefahrenen Mercedes CLS 500 in Bild und Ton zeigt:

 

Bei Mercedes hat der Allradantrieb Tradition, produzierten die Schwaben doch schon 1907 den sogenannten Dernburg-Wagen, der nicht nur über einen Allradantrieb, sondern auch über eine Allradlenkung verfügte. Heute nennt sich der steuerbare Allradantrieb bei Mercedes 4MATIC; aktuell verfügbar ist er für 51 Modelle in  zwölf Baureihen, geplant ist ein Ausbau auf knapp 60 Modelle bis zum Ende dieses Jahres.

Der Allradantrieb aus Stuttgart besteht aus mehreren Komponenten: neben dem automatisierten Doppelkupplungsgetriebe 7G-DCT gehört auch der integrierte Abtrieb zur Hinterachse und das Hinterachsgetriebe mit integrierter, elektrohydraulisch gesteuerter Lamellenkupplung dazu. So können die Antriebsmomente vollvariabel zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt werden. Die findigen Ingenieure fanden einen Kniff, um den Leistungsfluss zum hinteren Antriebsstrang so kompakt wie möglich zu konstruieren: die Power Take-off-Unit genannte Einheit ist eine vollständig im Hauptgetriebe integrierte Einheit, die auch über dessen Ölhaushalt mit Schmierstoff versorgt wird.

Dieser Kniff führte zusammen mit weiteren gewichtsoptimierten Maßnahmen dazu, dass der Allradantrieb bei Mercedes um rund 25 Prozent niedriger ist als beim Wettbewerb.

Mercedes 4MATIC-Schema
Mercedes 4MATIC-Schema

Wer übrigens der Meinung ist, dass Allradantrieb unökonomisch ist, der wird von Mercedes eines Besseren belehrt, geben die Schwaben den Mehrverbrauch gegenüber eines konventionell angetriebenen Fahrzeuges je nach Modell mit lediglich 0,2 bis 0,6 Liter je 100 Kilometer an.

 

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