Das Ford Social Media-Team hat es leider noch nicht kapiert

Da bin ich doch heute über folgende Pressemitteilung gestolpert:

Ford weitet sein Engagement im Social Media-Bereich aus: Ab sofort ist der Automobilhersteller nicht nur auf Kanälen wie Facebook, Twitter, YouTube, Instagram und Vine vertreten, sondern auch mit einem eigenen Unternehmensblog namens „Ford Social“. Unter social.ford.de finden sich künftig regelmäßig aktuelle Geschichten über Menschen, Veranstaltungen, Ereignisse und Technologien rund um die Marke. Der neue Kommunikationskanal richtet sich außerdem an Blogger, Unternehmensangehörige und ihre Familien, bestehende sowie potenzielle Kunden. Sie alle erhalten auf „Ford Social“ exklusive Inhalte über Ford, die sie auch in ihren eigenen sozialen Netzwerken teilen können.

Hinter dem Blog steht das drei-köpfige Ford-Social-Media-Team, das neben Artikeln auch Fotos und Grafiken sowie exklusive Interviews aufbereitet.

Kurz darauf habe ich mir die Seite mal angeschaut. Der älteste Eintrag datiert auf den 16.7.2013, also nichts mit „ab sofort“. Und irgendwie haben die drei Mitarbeiter das mit dem Bloggen noch nicht kapiert. Beispiel gefällig?

Mona vom Ford Social Media Team hat es sich nicht nehmen lassen den neuen Ford Kuga Probe zu fahren und ihn zugleich einem winterlichen Härtetest zu unterziehen. In diesem Blogbericht teilt sie ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit unserem Crossover-Modell mit euch:

DIE STRASSE GEHÖRT DEM KUGA
Mona ist äußerst angetan von dem SUV mit Allrad-Antrieb: „Der lässt sich richtig angenehm fahren. Ich sitze bequem und habe einen guten Überblick über den Verkehr. Da fühle ich mich glatt wie die Königin der Straße!“ Ihre Lenkbefehle setzt der neue Ford Kuga dank Torque Vectoring Control direkt und äußerst präzise um – auch bei schnellen Kurvenmanövern. „Das Fahrwerk ist ausgewogen abgestimmt, damit lässt es sich wirklich entspannt über den Asphalt gleiten.” Besonders angenehm angesichts des winterlichen Wetters fand Mona die beheizbaren Sitze, bei denen sie selbst die Temperaturstufen bestimmen kann: „Das ist super angenehm!“

So, das ist also ein Ausschnitt aus einem Blogbericht von Mona. Die schreibt dort allen Ernstes über sich selber in der dritten Person. Hallo? Geht’s noch? Kein Blogger schreibt ernsthaft und freiwillig solch einen technischen Quatschfug. „Ihre Lenkbefehle setzt der neue Ford Kuga dank Torque Vectoring Control direkt und äußerst präzise um“ Wer denkt sich solch einen Dünnpfiff aus? Mona? Wirklich?

René hat diesen Artikel hier fabriziert geschrieben: Fahrzeuge für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen

Was lese ich da im zweiten Abschnitt?

„Es gibt zwei grundlegende Erfahrungen, die ein Mensch machen muss, um Vertrauen in sich selbst und Vertrauen in die Welt zu gewinnen“, sagt der Theologe Rainer Schmidt. „Und zwar: Ich bin was und ich kann was!“ Der 48-Jährige, der ohne Unterarme und mit einem verkürzten rechten Oberschenkel geboren wurde, kann sich noch genau an den Tag erinnern, als er mit 19 Jahren sein erstes Auto bekam. „Wenn du selber fahren kannst, dann bist du cool“, sagt der leidenschaftliche Tischtennisspieler. „Denn der entscheidende Unterschied ist: Ich fahre ins Kino oder ich werde ins Kino gefahren.“

Dann schaue ich im selbigen Artikel nach oben und sehe folgendes Bild:

Ford
Foto aus dem aktuellen Ford-Blog – Copyright: FORD

Hallo? Mann ohne Unterarme und dann so ein Bild. Das geht nicht. Der zentrale Bild-Aufhänger zeigt einen Mann mit Unterarm, im zentralen Textaufhänger hat er keine. Das widerspricht sich. Und zwar gewaltig.

Ford tut sich und den potentiellen Lesern sicherlich was Gutes, wenn sie da wirkliche Blogger ranlassen und nicht alles kontrolliert im eigenen Hause veranstalten. Es gibt andere Automobil-Hersteller, die das schon kapiert und vor allem erfolgreich umgesetzt haben. Und dass man im Ford-Blog keine Kommentare hinterlassen kann, spricht für sich selbst, oder?

Übrigens werden im gesamten Blog weder Jeanette, noch Mona oder René vorgestellt. Warum eigentlich nicht? Vermutlich, weil es keine Blogger sind.

 

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